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Biographie


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Jahr    privat / öffentliches Ereignis  Publikation  Zeitereignis
1915 13.4. Geburt in Chemnitz    
1930   Ein Gedicht in der Hamburger Anthologie "Weiße Sterne"  
1931 Beitritt in Kommunistischen Jugendverband    
1932      
1933 Tätigkeit in einer Berliner Druckerei   Gründung des dt. Exil-PEN in London
1934   Gedicht "Ankündigung" für ein Flugblatt (John Scheer)  
1935      
1936 Emigration Palästina   Gründung der FDJ in Paris durch Roman Rubinstein; "Jeden Montag trafen sich in einem Café auf dem Boulevard Saint Germain die emigrierten Intellektuellen, und wir gingen immer hin, nur um ihren Diskussionen zuzuhören. Wir haben uns so eine politische Heimat geschaffen und in dieser Zeit auch wichtige politische Aufgaben übernommen, zum Beispiel haben wir während des Spanienkrieges, als es möglich war, Radiosendungen nach Deutschland auszustrahlen, die Jugendsendungen gemeinsam erarbeitet, vor allem Stephan Hermlin; wir haben geschrieben, Hermann Axen hat viele Vorträge gehalten."
1937 Palästina, dann Frankreich    
1938      
1939 Hilfstruppe der französischen Armee (Prestataire); danach mehrere Arbeitslager ("Travailleur Étranger")    
1940 H. beginnt ernsthaft zu schreiben    
1941      
1942 in Paris Ballade von den Städteverteidigern in franz. Übersetzung in "Eternelle Revue" (Hg. Eluard), "Nike von Samothrake" ist eine Replik auf Rilke  
1943 Flucht in die Schweiz, Internierung in Arbeitslager, erst in der Nähe Luganos, dann einige Tage in Birmensdorf, dann endgültig in Wallisellen bei Zürich, Mitglied im Schutzverband deutscher Schriftsteller    
1944 Mitarbeit in Bewegung "Freies Deutschland"; wird vom Essayisten Max Brinkmann gefördert, Angebot, sich in Frankreich naturalisieren zu lassen, H lehnt ab Eduard Claudius "Grüne Oliven und nackte Berge".Rezension (in: Über die Grenzen, Heft 2); Ballade von den Städteverteidigern in "Über die Grenzen", Den Verteidigern der Großen Stäste in Traits (Lausanne) , 1. Monat später in Eluards Eternelle Revue Kulturgemeinschaft der Emigranten in Zürich (vornehmlich von Jo Mihaly (Elfriede Steckel) organisiert); H. trägt hier Gedichte vor
1945 Rückkehr nach Dt., Rundfunkredakteur in Frankfurt; ab Dez. Sendung "Neue Bücher" mit H. Mayer; im Frühjahr Artikel in der Weltwoche, er greift darin Rudolf Alexander Schöder als Nazi an, bereut dies später (siehe Brief in "Äußerungen") Zwölf Balladen von den großen Städten, Zürich; Wir verstummen nicht. Exilgedichte; Offener Brief an Aragon (in: Freies Dt., Zürich, Heft 5); Hans Feist "Ewiges England. Rezension (in Freies Dt. Heft 7); Komm, güldner Friede" Hg. Ernst Ginsberg (in Freies Dt., Heft 8); Aus dem Land der großen Schuld (in: Traits, Lausanne, Okt.45); Übertragung des 66. Sonetts von Shakespeare (Jan., Überdie Grenzen); "Ballade für die guten Leute auf allen Märkten zu singen" (Flugblatt für Bewegung "Freies Deutschland" in Süddt. noch vor Kriegsende), Rezension zu Leopold Lindberg "Letzte Chance" in Über die Grenzen  
1946 Mitglied der Stadtleitung der KPD FFM, Der Leutnant Yorck von Wartenburg, Singen; Die Straßen der Furcht, Singen (Gedichte); Radiovorträge; Zu Heinrich Manns 75. Geb.; Die letzten Tage der Menschheit; Über F.G. Jüngers Perfektion der Technik; Karl Jaspers. "Die Schuldfrage"; Über einige Bücher von John Steinbeck; Franz Kafka; Werner Krauss "PLN"; Bemerkungen zur Situation zeitgenössischer Lyrik; Vom Geist deutscher Dichtung (in: Die Fähre, München); Gründung der FDJ, Erich Honecker wird deren erster Vorsitzender, beide arbeiten zusammen und schätzen sich
1947 Übersiedlung in SBZ (Kündigung vom 22. auf den 31. Oktober), Mitarbeiter in Zeitschriftenredaktionen "Tägliche Rundschau" (Zeitung der Sowjets) "Ulenspiegel", "Aufbau", "Sinn und Form"; I.Deutscher Schriftstellerkongreß (H. wird von Melivin Lasky, einem amerik. Kulturfunktionär und ehemaligen Kommunisten ("Renegaten"), attackiert, dieser spaltete auch den Kongreß), Reise eines Malers in Paris, Wiesbaden; Zweiundzwanzig Balladen, Berlin; Ansichten, Wiesbaden (zus. mit H. Mayer); Straßen der Furcht, Gedichte; Zwei Erzählungen; Wo bleibt die junge deutsche Dichtung? Vortrag auf 1.dt.Schriftstellerkongress; Übersetzung von Bertrand Russell: Macht; Eluard: Gedichte  
1948 Wahl in den neuen dt. PEN (Gründung 1947, wahrscheinlich vorgeschlagen von Günter Weisenborn (Hg. des Ulenspiegel, dessen Mitarbeiter H. war, einzige Zeitung die in amerik. BZ und SBZ erscheien ist) oder A. Seghers), Vorsitzender des Deutschen Jugendringes; Teilnahme an Schriftstellertagung der FDJ (Okt.), Heinrich-Heine-Preis des Schutzverbandes Deutscher Autoren, Mitglied in der ersten Schriftstellerdelegation nach dem Krieg, die in die Sowjetunion reiste Russische Eindrücke. Reportagen Berlin, darin "Leiden und Größe Leningrads"; Auf den Höhen von Pulkowo, Majakowski (in: Neue Gesellschaft); Auch ich bin Amerika. Dichtungen amerikanischer Neger; Ja und Nein. Rede auf dem Kongreß junger Betriebsaktivisten und Schriftsteller  Das "Stephan Hermlin-Musik-Ensemble" wird formiert, in den 50ern wird es dann auf Wunsch Hermlins umbenannt in "Ensemble der pädagogischen Hochschule Potsdam"
1949 Reise mit Bredel, Renn, Marchwitza, Kuba nach Prag und Bratislava, auch mit Fürnberg, der damals noch Botschafter war; lernt hier Rudolph Slansky (Chefredakteur von Rude Pravo) kennen, während eines Essens mit André Simone, der später wegen angeblicher Spionage für den CIA hingerichtet wird; Mitglied des deutschen Friedensrates, Mitarbeit beim Kulturbund (Leitung der dem Präsidium unterstellten "Komission Literatur"), kurze Zeit Mitarbeiter in der Dramaturgie des Deutschen Theaters bei W. Langhoff, Rezitator bei einem Simonow-Abend, Mitglied des Präsidiums der DSF, Teilnehmer am Empfang für Berthold Viertel, Referent beim Lehrgang Junger Autoren in Radebeul, Einladung nach Polen Die Zeit der Gemeinsamkeit, 4 Erzählungen, Berlin; Hier liegen die Gesetzgeber. Reportage; Paul Robeson-Sänger des Künftigen (in Tägliche Rundschau vom 16.6.); Hier liegen die Gesetzgeber (in Start, 15.7.); Lermontow an der Schwelle zur Revolution (in Aufbau, 11); Gruß an Berthold Viertel, (Aufbau 12); Von fast unbegrenzter Freiheit und einer Anthologie (Aufbau 1); Paul Eluard: Politische Gedichte; Pablo Neruda: Beleidigtes Land Arnold Zweig Präsident der ADK
1950 Mitglied der ADK der DDR, trifft Hans Werner Richter am Starnberger See anläßlich eines Ost-West-Treffens (mit Huchel, Uhse, Bredel und H. - H.H. Jahn und Ernst Penzoldt, den Hermlin schätzte), Teilnahme am Zweiten Weltkongreß der Kämpfer für den Frieden in Warschau (wurde kurzfristig von Sheffield dorthin verlegt, weil die brit Behörden z.T. keine Einreisevisa erteilten (u.a. nicht an Picasso), Organisation in Warschau innerhalb von 5 Tagen!), Vorstandsmitglied des Schriftstellerverbandes, Nationalpreis (für Mansfelder Oratorium), Brecht schreibt an Huchel anerkennende Worte über Hermlins Gedichte, Treffen mit Ilja Ehrenburg; in einer Hallenser Zeitung wird H. von zwei FDJlern wegen "Ballade von Henri und Erika" angegriffen, Formalismusvorwurf: "bis an die Grenze des Verständlichen" - H.s Antwort: "Na dann ist es ja noch verständlich."; Rede vor Hamburger Aktionsgemeinschaft der Jugend Mansfelder Oratorium, Leipzig; Blick auf Hamburg. Reportage; Es geht um Kupfer. Reportage (in Aufbau 5); Gedichte im Heft 2 von SuF Kongreß junger Friedenskämpfer (Hermlin war an der Organisation beteiligt),
1951 Teilnahme an PEN-Tagung mit Becher; 16.-18.5. Erster deutschen Kulturkongreß in Leipzig; Kongreß junger Künstler im EAW Treptow (zur Vorbereitung der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten) - Hauptreferent auf Bitte E.H.s Diskussion mit Boris Polewoi Münchner Tischgespräch mit Intellektuellen Referent auf einer Buchausstellung in Anklam, zus. mit N. Hikmet und P. Neruda Mitglied in der int. Jury für lit. Preise während der Weltfestspiele (ebenfalls 1956) Die Zeit der Einsamkeit, Die erste Reihe, Berlin; Wilhelm Pieck. Gedicht; Lebendige Museen. Reportage; Eine ernste Belastungsprobe. Brief an Kasimir Edschmidt (in Sonntag 3.6.); Alle sind aufgerufen. Bericht vom ersten deutschen Kulturkongreß in Leipzig, (Aufbau 6); Tagung des PEN in Düsseldorf (durch Westmitglieder an internat. PEN verteilte Streitschrift "Über Toleranz und Geistesfreiheit", daß ostdt. Mitgliedern (die in der Mehrheit waren) Empfang von Preisen vorwirft, Separation des PEN, Kästner gründet neuen, weil Becher sich unbedingt zum Vorsitzenden wählen ließ); 5. Tagung des ZK der SED (Formalismusdebatte), Weltfestspiele der Jugend und Studenten
1952 Völkerkongreß für den Frieden in Wien 12.-19.12. (Schriftstellertreffen), stellvertretender Vorsitzender des Schriftstellerverbandes (bis 56); Hermlin plant "ein Stück über Liebknecht" Arbeitskonferenz der Schriftsteller und Musiker Der Flug der Taube, Gedichte Berlin; Ungarn im Bau. Reportage; Das "alte Wahre" und wir. Brief an Rudolf Alexander Schröder (Aufbau 5); Begegnung mit der Partei. Rede auf Veranstaltung des VS zu Ehren der II. Parteikonferenz der SED; Wapzaroff (in: Heute und Morgen, Heft 9); Pierre Coúrtade: Helsingör; Louis Aragon: Die Viertel der Reichen, Rede auf 3. dt. Schriftstellerkongreß, im Sonderheft von SuF zum Tode Stalins Bücher, die von Ost nach West geschickt werden (Ludwig Renn) werden dort beschlagnahmt, III. Schriftstellerkongreß, Weltfestspiele der Jugend, Piecks 75. Geburtstag Internationale Deutschland-Konferenz, Tagung des Weltfriedensrates in Berlin
1953 10. Mai in Berlin-Charlottenburg Gesamtkongreß des PEN (Brecht wird in Vorstand gewählt und ersetzt Becher), am 17. Juni ist H. in Budapest zur Tagung des Weltfriedensrates, H. lehnt Bechers Angebot, Chefredakteur von SuF zu werden, ab Gedächtnisfeier für Adam Scharrer, Teilnahme "Schriftsteller sprechen über Maxim Gorki", 3 monatige Reise nach China (mit Bredel) Die Sache des Friedens. Aufsätze und Berichte, Berlin; darin "Auschwitz ist unvergessen", Lidice; Der Sinn des Lebens. Bericht vom Wiener Völkerkongreß (in: Aufbau 1); Vergeltung für Oradour (ND 8.2.); Int. PEN-Kongreß in Dublin (Zustimmung zu zwei dt. PEN-Zentren, der ostdt. nennt sich PEN Ost-West), 17. Juni, Stalins Tod am 5.3., Erich Weinert gestorben
1954 Nationalpreis (für Dokumentarfilm über Ludwig van Beethoven), Mitvorsitzender des Deutschen Jugendringes (gesamtdt. Org.), Unterschrift unter Petition gegen die Pariser Verträge Ferne Nähe. Reisebericht; Fünftausend und fünf Jahre. Reportage; Von den Argumenten des Kalten Krieges (in Aufbau 7); Stendhal und Lucien Leuwen; IV. Parteitag der SED "erste innere Staatsgründung", Pariser Verträge (Einigung Dt. damit unmöglich)
1955 dt.-dt. Schriftstellertreffen auf der Wartburg; mit Bodo Uhse bei der Gruppe 47 Not und Hoffnung der dt. Lit. Rede auf zweitem gesamtdt. Schriftstellertreffen auf der Wartburg (in Sonntag 22.5.); Rede über Mickiewicz (in SuF 6); Antwort an André Wurmser. Auf einen "Offenen Brief an S.H. (ndl 7); Totenrede auf FC Weißkopf (ndl 11); Gaston Monmousseau: Die Reisetasche des Jean Brécot aus der Tourraine "Nachterstedter Brief": Braunkohlekumpel fordern von den Schriftstellern Aufbauliteratur, Kunst dem Leben anzunähern
1956 Tagung des Weltfriedensrates in Stockholm; Dezember: M.Tschesno Hell spricht mit Markus Wolf über H., von 53 - Ende 56 insgesamt 26 Auslandsreisen nach Rumänien, Ungarn, Polen, China, Sowjetunion, Irland, Österreich, Schweden, Frankreich, Finnland, Belgien, Südamerika; asiatischer Schriftstellerkongreß in Neu Delhi, Indien, zus. mit N. Hikmet und P. Neruda Mitglied in der int. Jury für lit. Preise während der Weltfestspiele, Teilnahme am 28. Int. PEN-Kongreß in London, Tagung der Société européenne de culture in Venedig (mit Bloch, Huchel Arendt, Ligner, Langhoff), 4.dt. Schriftstellerkongreß (Spiegel: "Aufstand gegen Girnus")  Dichtungen, Berlin, "Epilog zum Stalingedicht"; Die Inselstadt (über Venedig). Reportage; Über Heine (SuF 1); Wo stehen wir heute? Bericht von der Tagung des Weltfriedensrates (Aufbau 5, 1956); Antonio Gramscis Briefe; Rede auf dem IV. Schriftstellerkongreß; Ministerialdirigent Bräutigamm (Rede auf einer Kundgebung der Volksbühne gegen die Judenmörder in der Bonner Regierung); Willi Bredel (SuF 1+2), Nazim Hikmet: Türkische Telegramme (mit M. Schröder, Paul Wiens);  14.8. Tod Brechts, Biermann, Endler und Hacks siedeln in die DDR über; 4. Schriftstellerkongreß: Scheitern der Aufbau-Literatur (Bertriebsromane), Mayer wendet sich gegen "Panpolitisierung" der Lit und deren mangelnde Opulenz; XX. Parteitag der KPDSU, Tauwetter, im Oktober Ungarn-Aufstand, Aufstand auch in Polen, Exkommunizierung Lukacs als Mitglied der ung. Regierung,
1957 Besuch des PEN in Buchenwald, H. hält flammende Rede; Gespräch mit Robert Neumann, dem Vizepräsidenten des int. PEN über "Tarnorganisation", offenbar hat sich niemand dagegen eingesetzt, Empfang für Nazim Hikmet in der AdK Nachdichtungen, Berlin; Zwölf Tage. Über den asiatischen Schriftstellerkongreß. Reportage; Frederico Garcia Lorca (Aufbau 2), "Dies ist unsere Sache" Der PEN-Club in Buchenwald; Louis Fürnberg zum Abschied (Aufbau 7); Ein Gruß für Aragon (ND, 3.10.57); Die Nuancen des Herrn Brentano; Hans Erni und André Bonnard: Verheißung des Menschen; Nachdichtungen Ungarn-Krise; PEN Zentrum wird vom Verfassungsschutz zur "Tarnorganisation" erklärt, daraufhin Einreiseverweigerungen für bestimmte Dichter (u.a. Seghers), nach Gründung der NATO mußte jede Reise ans Travel Board in Bonn gemeldet werden; Ermittlungen in der DDR wegen evtl. dt. Petöfi-Clubs, Kantorowitz verläßt das Land, ebenso Zwerenz (wg. Gefahr des Prozesses), Ralph Giordano; Walter Janka wird zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt (plante mit Becher und Seghers Rettungsaktion für Lukasz), Harich-Prozeß (10 Jahre, 8 sitzt er ab), Loest und Just werden ebenfalls verurteilt; Einleitung der "zweiten sozialistische Etappe der Kulturrevolution" (Aufhebung des Wid. zw. Kopf- und Handarbeit, zw. Berufs- und Laienkunst (ZK-Plenum, von Ulbricht gefordert); Kulturkonferenz der SED (H: "terroristisch", Angriff von Rodenberg auf H.)
1958 F.C. Weiskopf-Preis Rede auf Gedenkfeier für Becher im Deutschen Theater Mansfelder Oratorium. Schallplatte; Die rote Jagd. Reportage; Zwei Beamte (Vorstufe zu "Mord in Salzburg); Was Deutschland spaltet (Sonntag 12.1.); Die Bücherverbrenner von gestern sind die Atommörder von morgen. Rede auf Gedenkveranstaltung des VS zum 25. Jahrestag der Bücherverbrennung, ndl 7); Die rote Jagd (Sonntag, 13.7.); Zwei Gedichtbände von J.R. Becher; Die Straße (in: November 1918, hrsg. AdK); Elsa Triolet und Robert Doisneau: Paris bei Tag - Paris bei Nacht H. Müller wird PEN-Mitglied, V. Parteitag, dieser schenkte kulturellen Fragen am meisten Aufmerksamkeit, Höhepunkt der ideolog. Offensive; Kulturkonferenz im Februar
1959   Vorwort zu Bechers "Gerichtstag über sich selbst"; Heinar Kipphardt und Uwe Johnson reisen aus, April: Bitterfelder Konferenz (Initiator Otto Gotsche, Mitteldt. Verlag
1960 Als Nachfolger von Bodo Uhse Sekretär der Sektion Dichtkunst und Sprachpflege an der AdK, offiziell 1961 einstimmig gewählt, Auftritt im EAW Treptow (wg. Freundschaftsvertrag mit AdK), PEN-Kongreß in Rio de Janeiro (mit Uhse) Begegnungen 1954-59, Berlin; Attila Jozsef (Hrsg.): Gedichte; als Herausgeber F.C. Weiskopf: Gesammelte Werke;  Huchel muß seinen Posten als Chefredakteur von Sinn und Form räumen
1961 Gemeinsame Sitzung des PEN in HH, die von der Polizei aufgelöst wurde; die ZEIT veranstaltete danach zur Rehabilitierung ein gemeinsames Rundtischgespräch mit Autoren (H. Mayer, Enzensberger, Walser, W. Herzfelde, M.R. Ranicki u.a.; DDR-Autoren machen keine schlechte Figur, wurde von der westdt. Presse völlig ignoriert, H. hat über Tolstoi gesprochen); H. verbindet nach Mauerbau Hoffnungen auf innere Demokratisierung, H. verwendet sich persönlich für H. Müller (Müller kam nach der Vorstellung von "Die Umsiedlerin" in der HfÖ zu H., H. rief einen aus der "Viererbande" (Gotsche, Kurella, Abusch, Rodenberg) an; Dichterlesung bei Mayer im Hörsaal 14 mit Enzensberger, Bachmann und Huchel; als Sekretär sorgt H. dafür, daß das Duden-Kollektiv den Weiskopf-Preis bekommt (zum erstenmal an ein Kollektiv vergeben); Aufnahme in Europäische Schriftstellervereinigung (Präsident: Ungaretti, Vizepräsident: Sartre) S.H. spricht eigene Gedichte. Schallplatte; Rede auf dem V. Dt. Schriftstellerkongreß; Rede auf Noll zur Verleihung des Heinrich Mann-Preises, Einig mit meiner Regierung. Antwort auf den offenen Brief von Schnurre und Grass (Sonntag 27.8.); Vladimir Pozner: Der Richtplatz Mauerbau, Skandal mit "Die Umsiedlerin" von Müller in der HfÖ Berlin-Karshorst; V. Schriftsteller-Kongreß
1962 12.12. Akademieveranstaltung zur Lyrik, Hermlin liest Gedichte von Gressmann, S. u. R. Kirsch, Biermann, Braun, Jentzsch; danach Kritik wegen "ungenügender Kanalisation" der Diskussion; Mitglied im Präsidium des PEN (bis 1990), Austritt aus dem Beirat von SuF; er geht viel jagen (Revier am Neuseddiner See, hat zwei Jagdflinten von Becher geerbt), Friedenskongreß in Moskau 4 wöchige Reise nach Ungarn   Huchel wird vom Posten des Chef-Redakteurs von SuF entbunden, Cremer organisiert eine aufsehenerregende Ausstellung junger Künstler in der AdK
1963 Delegiertenkonferenz des Schriftstellerverbandes, wird am 14.3. vom Sekretärsposten entbunden (Kurella wird sein Nachfolger), nicht mehr im Vorstand des VS, Verlage werden vorsichtiger, Hermlin kaum noch an der Öffentlichkeit, Kongreß der Europäischen Schriftstellervereinigung in Leningrad und Moskau (u.a. mit Sartre) Gedichte; Diskussionsrede auf Schriftstellerkongreß, "Ich bin für diesn Sozialismus und für diese Partei", Vladimir Pozner: Die Verzauberten Lyrikwelle, VI. Parteitag ("umfassender Aufbau des Soz." Bis zum VIII., Diskussion um Hacks "Die Sorgen und die Macht"; Bitterfelder Weg, Diskussion um Akademie und SuF,
1964 Internationale PEN-Diskussion, Internationales Schriftsteller Kolloquium des VS In einer dunklen Welt, Vortrag auf dem PEN Kongreß (Tradition und Moderne), Disikussionsbeitrag auf dem Kolloquium Kontroverse um "Der geteilte Himmel" von C. Wolf
1965 Solidarisierung mit P. Weiss wg. Auschwitzstück "Die Ermittlung"; Szenische Lesung in der AdK am 19.10.; denkwürdige PEN-Tagung am 28.4. u.a. W. Biermann (Vorschlag von H.) und Kunert werden aufgenommen, weil Kurella und Gotsche nicht anwesend waren; auch Henriyk Kreisch (Dogmatiker, später Sekretär, Feind H.s), Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Karl Kraus (mit Wolfgang Heinz und Georg Knebler) Gedichte und Prosa, Wagenbach; Balladen; "10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt", Kaßberg, Grabrede auf Bobrowski, Thomas Mann und die Sympathie; Alphons Daudet: Tartarin in den Alpen; Rede über Thomas Mann im Apoll-Saal der Staatsoper  
1966   Reise eines Malers in Paris, Leipzig, Erzählungen, Berlin; Die Zeit der Gemeinsamkeit / In einer dunklen Welt, Wagenbach, Die Städte. München; Gesammelte Erzählungen; Über die "Aula" (Die Diagonale 1, München, Berlin), Georg Heym: Gedichte (Hg., mit Nachwort);  
1967   Vorwort zu "An alle. Gedichte und Graphiken zum Großen Oktober 1967"; polit. Rede zur Nichtanerkennung "Wölfische Geräusche"; Die sehr respektlosen Lieder des Francois Villon (Hg., mit Nachwort) Namensänderung des PEN in PEN der DDR
1968 H. protestiert gegen Einmarsch in die CSSR: "Schwerster Schlag gegen den Soz. seit 1945." gegenüber Honecker, Protest gegen Unterdrückung tschechischer Autoren (Telegramm mit S. Heym an Jarolslav Seifert, dem neuen Präsidenten des tsch. VS), erhält dafür briefliche Unterstützung von Aragon; Veranstaltung im tsch. Kulturhaus in der Friedrichstr. (m. Cibulka, Jentzsch, Fühmann, R. Kunze), im Juli Protest gegen Informationspolitik gegen Dubczek, Kopie an tsch,. Botschafter: d.h. Einzelaktionen Fritz Cremers Brecht-Graphiken. Nachwort (in Band hrsg. AdK); Corneliusbrücke Einmarsch in Prag, H. kann nicht nach Frankreich reisen, Arnold Zweig (Präsident des PEN) stirbt,
1969   Beitrag in Band "DDR-Reportagen"  
1970   Scardanelli, Wagenbach; Über Hanns Eisler, Nachwort (H. Bunge, Fragen sie mehr über Brecht); Ungarische Dichtung aus fünf Jahrhunderten (Hg., Nachw.); Paul Verlaine: Gedichte (Hg., Nachwort)  
1971  bekommt wieder Einreisevisa nach Frankreich Scardanelli, Leipzig; Ankündigung. Gedicht (Erstdruck) SuF23; Das der Zeit Gemäße (ndl 1), "Versachlichung" für ND (nicht erschienen)  
1972 Zum zweiten Male Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur für sein lyrisches Gesamtschaffen, Aide-Mèmoire. Papier für Erich Honecker; Übersetzung von Voltaire, Candide oder Der Optimismus, Übersetzung von Simonows Dokumentarfilm "Es gibt kein fremdes Leid" (auch Sprecher)  
1973 Int. PEN-Tagung in London, Lektüre 1960-71, Berlin und Frankfurt; Poesiealbum; Rede zum Tode von Pablo Neruda (Vor PEN in London); Gedichte übertragen zus. mit E. Ahrendt, Verteidigung von Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W." in SuF  
1974   Die Argonauten, Berlin (mit Fritz Cremer); Paul Eluard, Trauer schönes Antlitz (Hg., Nachwort)  
1975 Kongreß des int. PEN in Wien, Nationalpreis 1. Klasse (für Gesamtschaffen), Einladung vom französischen Außenministerium Die erste Reihe, Dortmund, Mein Friede. Rede auf dem Kongreß des Int. PEN am 18.11., Städteballaden. Mit HAP Grieshaber; Georg Trakl. Nachwort; Fakten und literarische Wahrheit. Gespräch mit Horst Simon (ND 25.9.); Erinnerungen an Bobrowski. Rede auf einer Gedenkveranstaltung in Berliner Stadtbibliothek am 3.9.; Nachwort zu einem Trakl-Band (Auswahl von Fühmann); Vladimir Pozner erinnert sich Vizepräsident des int. PEN (Hermann Kesten (BRD), Israel und Taiwan stimmten gegen ihn)
1976 Mitglied in AdK Westberlin Deutsches Lesebuch, Leipzig und München;  
1977   Vorwärts und nicht Vergessen  
1978   Über Endre Ady. Rede zur Eröffnung einer Ausstellung des Petöfi-Museums, Budapest in Berlin (Mittteilungen der AdK 2); In den Kämpfen dieser Zeit. Rede auf dem 8. Schriftstellerkongreß der DDR am 30. Mai; Festrede auf den Reclam-Verlag am 19.9. Abusch sagt auf einer Versammlung, er habe sein Leben dem Anliegen gewidmet, H. Ansichten zu bekämpfen (in T.Hörnigk-Interview, S.147); vermutlich auf Austrittssitzung des VS
1979 24.1. Sektionssitzung an der AdK, mit Gotsche heftige Auseinandersetzung wg. Antisemitismus in der DDR; Mitgliederversammlung des Berliner VS am 7. Juni (Mitgliederausschluß) Hermlin protestiert als einziger Gesammelte Gedichte, München 1979; Abendlicht, Leipzig und Wagenbach, Wo sind wir zu Hause. Gespräch mit Klaus Wagenbach; Schließen Sie niemanden aus!. Rede vor der Mitgliederversammlung des Berliner VS am 7. Juni
1980 Lebensfrist, Ges. Erzählungen, Wagenbach; Aufsätze, Reportagen, Reden, Interviews, München; Abendlicht. Schallplatte; Gespräch mit Ulla Hahn;
1981 Berliner Begegnung zur Friedensförderung 13. / 14.12. Gesammelte Gedichte, (erweitert), Berlin, Über den Frieden. Diskussionsbeitrag auf der Berliner Begegnung; Rede in Rostock. anläßlich einer Tagung der ADK "Kunst und Gesellschaft im Jahre 2000"; Abschied von Peter Huchel ( Die Zeit, 15.5.)  
1982 Interlit in Köln (Frühjahr), Nachfolgetreffen der Berliner Begegnung in Den Haag (Frühjahr), Internationales Schriftstellertreffen in Sofia (Herbst) Gesammelte Gedichte, Fischer; Für Lew Ginsburg (SuF 1); Ein Wort von Paul Valery (SuF 1); Spielt noch einmal das Lied (K. Wolf); Hölderlin 1944. Rede auf der Tagung der Hölderlin-Gesellschaft in Tübingen 6.6.82  
1983 Zweite Berliner Begegnung. Den Frieden erklären; Tagung des internationalen PEN in Venedig (Protest gegen die Behauptung von Karl Heinz Jacobs und Seyppel, Hermlin hätte "Hunderte von Menschen ins Gefängnis gebracht" (Auslöser: Dodo Garai, siehe hierzu Elfriede Brüning "Lästige Zeugen"); in der DDR wurde dazu ein von allen wichtigen Künstlern unterschriebenes "Wort an die internationale Öffentlichkeit" publiziert Äußerungen 1944 - 82, Berlin, Die Sprache der Schlächter. Diskussionsbeitrag auf der Zweiten Berliner Begegnung; Ein Mord in Salzburg (Erstdruck in SuF);  
1984 Interview in der ARD bei Gaus Zur Person. Gespräch mit Günter Gaus  
1985   Bestimmungsorte. Fünf Erzählungen, Wagenbach; Homme de Lettre. Interview; Texte, Materialien, Bilder; Mein Friede. Rückkehr, Berlin; Traum der Gemeinsamkeit, Wagenbach Volker Brauns "Hinze und Kunze"-Roman erscheint. Höpcke schreibt eine wohlwollende Reuzension in Weltbühne: eine Sensation für alle Intellektuellen
1986 Internationaler PEN-Kongreß in HH (Juni) Meine Zeit. Rede auf dem internationalen PEN-Kongreß, Hamburg; Das hier ist es. Rede innerhalb der Serie "Nachdenken über das eigene Land" in den Münchner Kammerspielen 30.11.86
1987 10. Schriftstellerkongreß der DDR 24.-26.11.1988 Zu älteren Tönen. Rede auf dem 10. Kongreß des VS  
1988   Ein Novembertag. ND 5./6.11.  
1989 28.10. Berliner Künstler rufen in der Rummelsburger Erlöserkirche zum Protest gegen Polizei-Übergriffe auf, H: "Ich bin an Eurer Seite!"    
1990      
1991      
1992 Symposion deutscher und ital. Schriftsteller im Goetheinstitut in Palermo, Okt. An allem ist zu zweifeln. Gespräch mit Günter Kaindlsdörfer im Sommer, (Wochenpost 10.9.), Zur Lage. Text für das Symposion  
1993   In einer dunklen Welt. Erzählungen; Leipzig; Scardanelli. Hölderlin, Wagenbach; In den Kämpfen dieser Zeit, Wagenbach  
1994   Der 20. Juli 1944, ND 16./17.7.  
1995 Hermlin bezeichnet Kirsch und Kunert im Verlaufe der PEN-Diskussion als "Renegaten"    
1996      
1997 gestorben in seinem Haus in Berlin-Niederschönhausen

Bei einer Trauerfeier am 29. April im Berliner Ensemble würdigte Günter Grass den Verstorbenen als deutschen Patrioten im Sinne der Aufklärung". Unter Anspielung auf Widersprüche in Hermlins Biographie meinte Grass, sein Freund Hermlin sei wie ein Freiwild gehetzt" worden.